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Logosynthese Basiskurs

Ankündigung unter "Kurse, Seminare Weiterbildung"

Zum daseinsanalytischen Verständnis und zur Psychotherapie
von Patienten mit einer schizophrenen Symptomatik

Ankündigung unter "Kurse, Seminare Weiterbildung"

Frühkindlicher Missbrauch manifestiert sich in der Hirnstruktur

Dr. Julia Biederlack  
Charité-Universitätsmedizin Berlin
Verschiedene Formen kindlicher Misshandlung führen zu einem erhöhten Risiko für psychische Erkrankungen sowie Sexualstörungen im Erwachsenenalter. Eine neuronale Basis dieser Assoziation entdeckten jetzt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der McGill University in Montreal, Kanada, in Kooperation mit Kollegen aus anderen Institutionen.
Ganzer Text in "texte" Juni 2013, www.szondi.ch

Scham und Menschenwürde - ein Thema für Führungskräfte
 
Stephan Marks
 
Das Betriebsklima entscheidet wesentlich über den Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens. Eine große Rolle spielt dabei eine Emotion, die häufig übersehen wird: Scham. Daher ist es für Führungskräfte hilfreich, diese Emotion erkennen zu können, zu wissen, wie sie ‚funktioniert’ und konstruktiv mit ihr umgehen zu können. Denn Scham ist zwar schmerzhaft, hat aber auch positive Funktionen: Sie ist, so Leon Wurmser, „die Hüterin der Menschenwürde“. Langfristig erfolgreich sind Unternehmen, in denen die Würde aller Mitarbeiter/-innen gewahrt ist.

Normal 0 21 false false false DE-CH X-NONE X-NONE MicrosoftInternetExplorer4 Schamgefühle sind oft nur schwer zu erkennen, da sie hinter anderen Verhaltensweisen verborgen werden: Etwa einem arroganten, protzigen oder betont „coolen“ Auftreten, mit dem die betreffende Person Selbstwertzweifel oder Schwächen zu kaschieren sucht. Oder indem man keine „weichen“ Emotionen wie Freude, Mitgefühl oder Hoffnung zeigt, um sich nicht verletzbar zu machen. Stattdessen verbarrikadiert man sich hinter negativen, zynischen Aussagen. Oder hinter Fremdwörtern und unverständlichen Schachtelsätzen, die den Zuhörern das Gefühl geben, inkompetent zu sein. So werden andere gezwungen, sich zu schämen; z.B. auch dadurch, dass sie wie Luft behandelt, abgewertet, bloßgestellt, schikaniert, beschämt, verachtet oder ausgegrenzt werden.
Unerkannte Schamgefühle können sich auch hinter Wut, Gewalt oder Trotz verbergen: wenn ein gekränkter Mensch sich in trotziger Verweigerung – um jeden Preis! – verbeißt. Ein anderes Symptom kann auch sein, dass ein Mitarbeiter sich ganz angepasst und unterwürfig verhält. Oder sich klein macht, um nicht gesehen zu werden (die Botschaft an sich selbst lautet etwa: „Wenn mich keiner sieht, kann ich auch nicht bloßgestellt werden“). Man stellt sein „Licht unter den Scheffel“ und bringt seine Fähigkeiten nicht in das Team ein; man macht Dienst nach Vorschrift.
Wenn es als gefährlich erlebt wird, bei einem Fehler erwischt zu werden, dann muss dieser um jeden Preis geleugnet werden, z.B. durch Vertuschen, Lügen oder Schuldzuweisung an andere. Auch verabsolutierter Ehrgeiz kann ein Versuch sein, sich prophylaktisch vor Schamgefühlen zu schützen („Nur wenn ich perfekt bin, kann mich keiner auslachen“). Dies kann so weit gehen, dass eine betreffende Person bis zum Burnout oder „bis zum Umfallen“ arbeitet. Auch Suchterkrankungen haben häufig einen unbewussten Scham-Hintergrund.
Soweit einige Verhaltensweisen, hinter denen unerkannte Scham stecken können. Die Beispiele zeigen, dass dadurch das Klima eines Teams oder Betriebes vergiften wird. Wenn Fehler vertuscht werden, kann aus ihnen nicht gelernt werden; die Arbeitsqualität sinkt. Innovationspotential geht verloren, wenn Mitarbeiter es nicht mehr wagen, ihre Ideen einzubringen oder kündigen. Vermeidbare Kosten entstehen durch erhöhte Fehlzeiten, denn Kränkungen machen krank, wie eine Vielzahl medizinsoziologischer Untersuchungen zeigt.
 
Was tun? Es kann nicht darum gehen, die Scham „abzuschaffen“, denn sie gehört zum Menschsein. Alle Menschen kennen dieses Gefühl; es kann stets akut werden, wenn Menschen miteinander „zu tun haben“. In letzter Zeit werden im deutschsprachigen Raum Fortbildungen über Scham und Menschenwürde angeboten. Sie richten sich an Berufstätige, die mit Menschen arbeiten, insbesondere auch in Führungspositionen. Dabei lernen die Teilnehmenden, Schamgefühle zu erkennen, zu verstehen und konstruktiv mit ihnen umzugehen.
Dieser neue Zugang zur Personalführung geht über das hinaus, was als Kultur der Anerkennung oder Wertschätzung gefordert wird. Zwar hat Scham bzw. ihr positives Gegenüber, Menschenwürde, viel mit fehlender bzw. vermittelter Anerkennung zu tun, kann jedoch nicht darauf reduziert werden.
Auch der Mobbing-Begriff und entsprechende Programme könen durch eine Sensibilisierung für die Scham-Thematik in sinnvoller Weise ergänzt werden. Zwar sind einige der eingangs genannten Verhaltensweisen (wie z.B. ignorieren, bloßstellen, ausgrenzen, schikanieren) charakteristisch für Mobbing. Diese müssen jedoch über längere Zeit und gegen eine Person gerichtet sein, um der Mobbing-Definition zu entsprechen. So wertvoll diese Definition für viele Betroffene ist, so darf nicht übersehen werden, , dass das Betriebsklima auch durch kurzzeitige Entwürdigungen verschiedener Personen vergiftet werden kann. Mobbing ist eine Beschreibung von Symptomen, die mithilfe der Scham-Psychologie erklärt und vermieden werden können.
Aber was bedeutet das: konstruktiv mit Schamgefühlen umgehen? Diese Aufgabe wird dadurch verkompliziert, dass Scham individuell verschieden ausgeprägt ist: Menschen sind unterschiedlich kränkbar (dies hat auch mit genetischen Faktoren zu tun; dies kann hier nicht ausgeführt werden). Scham ist auch verschieden nach Geschlecht, Milieu- und Kultur-Zugehörigkeit: wofür sich Menschen schämen und wie sie jeweils damit umgehen. So kann eine Geste oder Bemerkung, die für die einen ganz unverfänglich ist, von anderen als zutiefst verletzend empfunden werden. Die gekränkte Person als „überempfindlich“ zu verspotten, ist wenig hilfreich. Vielmehr käme es darauf an, Beschämungen von vornherein zu vermeiden. Was das im Einzelnen bedeutet, soll im Folgenden anhand der vier Themen der Scham skizziert werden:
(1) Schamgefühle werden ausgelöst, wenn ein Mensch missachtet, wie Luft behandelt, ignoriert oder verachtet wird. Dies kann in personaler Weise geschehen (etwa durch Worte, Mimik oder Körperhaltung), aber auch in struktureller Weise (z.B. wenn eine hochkompetente Rechtsanwältin aus Litauen hierzulande als Putzfrau arbeiten muss, weil ihr Examen von den hiesigen Behörden nicht anerkannt wird). Missachtungen sind so schmerzhaft, weil das menschliche Grundbedürfnis nach Anerkennung verletzt wird. Wie existenziell dieses Bedürfnis ist, zeigt z.B. ein Experiment, bei dem selbst rhetorisch geschulte, erfolgreiche Vortragsredner versagen, wenn das (vorher heimlich instruierte) Publikum ihm keine Aufmerksamkeit schenkt.
(2) Schamgefühle bleiben zurück, wenn eine Person (körperlich oder seelisch) zu viel von sich gezeigt hat; oder wenn etwas, was ihr intim ist, nach außen getragen wurde. Wenn ihr Grundbedürfnis nach Schutz verletzt wurde.
(3) Schamgefühle treten auf, wenn man „peinlich“ war und etwas getan hat, was „man“ nicht tut; wenn man den Normen der Mitmenschen nicht gerecht und daraufhin ausgegrenzt wird. So gilt z.B. in vielen mitteleuropäischen Ländern traditionell Schwäche als schändlich; folglich schämen sich viele Menschen für Armut, Arbeitslosigkeit, Scheitern, mangelnde Bildung, Dialekt, Behinderung oder psychische Krankheit. Hinter dieser Scham steht das Grundbedürfnis nach Zugehörigkeit. Wie schmerzhaft es sein kann, ausgegrenzt zu werden, zeigt die Beobachtung von Völkerkundlern, wonach Menschen, die des Stammes verwiesen wurden, in kurzer Zeit sterben. Auch Ausgrenzungen im Betrieb – Mobbing – können lebensbedrohliche Herzerkrankungen hervorrufen.
(4) Schamgefühle bleiben zurück, wenn wir gegen unser eigenes Gewissen gehandelt, unsere moralische Integrität verletzt haben. Wenn wir uns selbst etwas schuldig geblieben sind. Oder wenn wir Zeuge von Unrecht geworden sind; z.B. wenn in einer Besprechung ein Kollege bloßgestellt wird und die andern Anwesenden schweigen, weil sie Angst um ihren Job haben.
Zusammengefasst: Um Menschen mit Scham zu erfüllen genügt es, ihnen Anerkennung und Zugehörigkeit zu verweigern, ihre schützende Grenzen zu verletzten oder sie zu zwingen, gegen ihr Gewissen zu handeln – dies alles sind traditionelle Herrschaftsinstrumente. Positiv gewendet: Einer Person vermeidbare Scham zu ersparen heißt, ihr Anerkennung und Zugehörigkeit zu vermitteln sowie ihre Privatsphäre und ihre Werte zu respektieren. Dies bedeutet  – aus Scham-psychologischer Sicht – die Würde eines Menschen zu achten.
Eine Menschen-würdigende Kommunikation und ein entsprechendes Verhalten kann erlernt und eingeübt werden. Eine Gelegenheit dazu bietet ein

Seminar für Führungskräfte am 17. und 18. Januar 2013 in Winterthur. Weitere Informationen und Anmeldung: Verena von Aesch, Winterthur, info@denkweise.ch, 052 233 89 69

Schizophrenie

 

Claudia Hager, Online Publications
 
Bereits die Zeit im Mutterleib kann das Fundament für spätere Krankheiten legen. Stéphanie Vuillermot, eine 26-jährige Neurobiologin, hat dies für Schizophrenie nachgewiesen – und dafür den Empiris Award 2011 für Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Gehirnkrankheiten erhalten.


Denkstörungen, Wahnvorstellungen, Realitätsverlust, sozialer Rückzug, verflachte Gefühle – Schizophrenie ist eine Krankheit, die sich durch diverse Verhaltensauffälligkeiten manifestiert. Weltweit ist etwa ein Prozent der Bevölkerung betroffen. Dank wirksamer Medikamente ist Schizophrenie heute zwar behandelbar, von einer Heilung der Krankheit ist man jedoch weit entfernt. Zudem mangelt es an Kenntnissen über die zahlreichen Faktoren, die eine Schizophrenie verursachen können. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler versuchen daher, mit Tiermodellen solche Verhaltensweisen nachzubilden, um damit die Krankheitsmechanismen besser zu verstehen. Eine dieser Forscherinnen ist Stéphanie Vuillermot. Die Suche nach den Ursachen für Schizophrenie hat die Neurobiologin weit zurückgeführt– bis in den Mutterleib. "Durch eine virale oder bakterielle Infektion der Mutter erfährt das Dopaminsystem – ein Botenstoffsystem – des Fötus Veränderungen, die im Erwachsenenalter das Risiko für Schizophrenie erhöhen. In manchen Fällen wird also bereits im Mutterleib der Grundstein für eine spätere Bewusstseinsstörung gelegt ", bringt Vuillermot die wichtigsten Erkenntnisse ihrer Dissertation auf den Punkt. Der Zusammenhang zwischen Infektionen – beispielsweise Grippe, Röteln oder Toxoplasmose – bei der Mutter und einer späteren Schizophrenie des Kindes sei bereits bekannt gewesen, so die Forscherin weiter. Neu sei jedoch das Wissen, dass die Fehlentwicklung im Dopaminsystem stattfindet – und zwar bereits beim Fötus.
 
Schizophrene Mäuse?
Ihre Erkenntnisse gewann Vuillermot mittels Mausmodellen. Und in Teamarbeit: "Nur dank meinen Laborkollegen und insbesondere der Unterstützung durch meinen Mentor Urs Meyer konnte ich diese Arbeit überhaupt stemmen: Wir haben in drei Jahren Tausende von Stunden mit dem Untersuchen von Mäusen und dem Analysieren der Ergebnisse verbracht." Dabei ging das Team von der Annahme aus, dass die Struktur des zentralen Nervensystems und die Verhaltensweisen von Mäusen ähnlich genug sind, um Rückschlüsse auf den Menschen zuzulassen. "Natürlich leiden Tiere nicht an Schizophrenie, und falls doch, könnten wir es nicht nachweisen, da eine Diagnose primär auf Selbstaussagen der Patienten basiert ", erläutert die Wissenschaftlerin. "Daher mussten wir uns auf einzelne Symptome der Krankheit konzentrieren und diese in den Modellen nachvollziehen." So wurden in einem Fall Aufmerksamkeitsstörungen getestet. Das Ergebnis: Mäusen, deren Mutter während der Schwangerschaft infiziert wurde, gelang es später nicht, irrelevante Nebengeräusche zu ignorieren – ein Verhalten, das auch Menschen mit Schizophrenie eigen ist. Gehirnscans zeigten daraufhin, dass dieses Defizit mit Veränderungen im Dopaminsystem zusammenhängt, ausgelöst durch eine Immunreaktion auf die Infektion. Messbar waren die Veränderungen bereits während der Fötalzeit.
 
 
Hintergrund: Wunderwelt Gehirn
Die Folgen vorgeburtlicher Infektionen zu erforschen, ist das eine, das andere ist, dabei selber schwanger zu sein. Vuillermot, seit sechs Monaten Mutter, erzählt: "Es war nicht immer einfach, Schwangerschaft und Forschungsgegenstand zu trennen. Wenn man sich so intensiv mit den Folgen pränataler Infektionen befasst, tendiert man dazu, sogar bei Schnupfen in Panik zu verfallen. In solchen Momenten musste ich mir jeweils vor Augen führen, dass zahlreiche genetische und umweltbedingte Faktoren in einem komplexen Zusammenspiel für Schizophrenie verantwortlich sind. Eine pränatale Infektion ist nur einer davon." Während der Schwangerschaft zu pausieren? Nein, daran habe sie nie gedacht, zu gross sei auch ihr Wissensdurst und die Faszination des Themas. "Den Forschungsdrang habe ich von meinen Eltern, die beide Wissenschaftler sind", erzählt Vuillermot, die drei Nationalitäten in sich vereint – sie ist Schweizerin, Französin und Amerikanerin. " Ich wollte schon immer mehr über die Funktionsweise des Körpers und insbesondere des Gehirns erfahren, daher habe ich mich für ein Neurobiologiestudium entschieden. Unser Wissen über das Hirn ist bescheiden, noch kleiner ist es bezüglich Gehirnkrankheiten, die oft nicht klar fassbar sind, sondern diffus und in Phasen verlaufen. Dieses Mysterium fasziniert mich."
 
 
 
 

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