
Der Autor hat als Experte für die Thematik des Ausbrennens eine umfassende Theorie des Burnout-Syndroms entwickelt, die er auf lebendige und mit Fallbeispielen illustrierte Weise darstellt. Dabei spricht er sowohl Betroffene wie Fachleute an.
Verfasser: Mathias Burisch
Titel: Das Burnout-Syndrom. Theorie der inneren Erschöpfung
Springer Medizin Verlag Heidelberg,3.überarbeitete Auflage, 2006
ISBN-10: 3-540-23718-6
ISBN-13: 978-3-540-23718-1
Materialien zum Narzissmus
aus: Fritz Stern, "Kulturpessimismus als politische Gefahr" (Klett-Cotta, 2005) Beschreibung der narzisstischen Aspekte von Julius Langbehn (Seite 152f):
«In den achtziger Jahren (des 19. Jahrhunderts), als Langbehn einsam und ohne Anerkennung lebte und arbeitete, entwickelte er einen empfindsamen culte du moi, eine Selbstverherrlichung und eine vorgespiegelte Selbstgenügsamkeit. Zur selben Zeit bildete er seinen habituellen Narzissmus - er konnte stundenlang vor seinem Porträt sitzen und es bewundern - in ein bewusstes Lebensprinzip um. Er wurde in seinem Benehmen immer unausgeglichener, und immer qualvoller empfand er den Abstand zwischen seinem idealen Eigenbild und seinem tatsächlichen Wesen. Ert sehnte sich nach Freunden und nach Liebe - und wies beides zurück, sobald er es gefunden hatte; er suchte Ruhm und Anerkennung - und war dennoch darauf bedacht, sich zu verbergen. Kraft, Gesundheit und Selbstgenügsamkeit pries er als die erstrebenswerten Eigenschaften, aber andererseits bat er, freilich anmassend, um helfendes Wohlwollen, wurde immer wieder von der krankhaften Angst befallen, seine Feinde würden ihn vergiften, wenn er nicht selbst seine Nahrung einkaufte und eigenhändig zubereitete. Er hatte eine masslos hohe Meinung von seiner eigenen Bedeutung, litt aber unsäglich unter der harmlosesten, meist eingebildeten Geringschätzung. Seine Unbeugsamkeit und sein Mangel an Kompromissbereitschaft bestimmten seinen Umgang mit Menschen wie mit Ideen; bei seinen Beschreibungen und Urteilen gibt es keinerlei Zwischenstufen, keine feine Nuancierung. Entweder unterwarfen sich ihm seine Mitmenschen bedingungslos - oder sie wurden von ihm abgelehnt. (...) Nach und nach versank er in eine von der Realität weit entfernte Scheinwelt; er war, von Büchern, Bildern, Ängsten und Tagträumen umgeben, besessen von Gedanken über sein eigenes Ich.»
Zur Person von Julius Langbehn: In seinem Hauptwerk "Rembrandt als Erzieher" (hat mit Rembrandt praktisch nichts zu tun) entwickelt Langbehn den politischen, kulturellen und geistigen Führungsanspruch Deutschlands.Damit wurde er im 20. Jahrhundert für die Nationalsozialisten zu einer programmatischen Leitfigur. Langbehn politisch-gesellschaftlicher Grundraster setzt sich aus einem Anti-Pentagramm zusammen:
anti-demokratisch, anti-kapitalistisch, anti-semitisch, anti-kirchlich und anti-liberal.
Zusammen mit Paul de Lagarde und Möller von den Bruck gehörte er zu den geistigen Wegbereitern des Nationalsozialismus.
Das Buch zum Thema:
Mäner und Narzissmus
Eine Internet-Adresse: www.narzissmus.NET
Einige Gedankensplitter
In der sogenannten Finanz(miss)wirtschaft, die uns die Wirtschaftskrise der letzten beiden Jahre eingebrockt hat, fühlen sich Narzissten pudelwohl: mit irrwitzigen Summen jonglieren, Blendwerke von Finanzkosntrukten schaffen und diese manipulativ in alle Welt streuen und dabei Betrügereien von immensem Ausmass einzufädeln, das ernährt das narzisstische Ego. "Sie kommen, nehmen und gehen wieder, bevor ihre Schwindel auffliegen". So der Psychiater und Gutachter Thomas Knecht im sehr lesenswerten Interviewim Tages-Anzeiger vom 9.01.2010.
Erfolge werden in der Wirtschaft von Einzelnen beansprucht. Trotz dem Säuseln von der dahinter stehenden Teamleistung. Diese Einzelnen verfügen in aller Regel über eine starke narzisstische (nicht fachliche!) Potenz. Umkehrschluss: Nur wer über eine solche Potenz verfügt, kann für den "Wettbewerb" die nötige Brutalität, Menschenverachtung und Coolness entwickeln, über die Konkurrenz zu siegen. Der Narzisst ist weder solidarisch noch gemeinschaftlich orientiert.
Jeder gegen Jeden - das ist das Credo der Konkurrenzwirtschaft. Nun sind die Wurzeln des Narzissmus - folgt man der allgemein anerkannten Literatur (Kohut, Kernberg) und dem neuesten sehr empfehlenswerten Buch von Bischof/Herner - sehr komplexer und vielfältiger Natur, ja, mön könnte sagen, dass bei der jeweilgen "Wurzelsituation" Narzissmus vorbereitet wird, aber sich bei anderen Entwicklungsmöglichkeiten ganz andere psychische Konstrukte hätten bilden können. Ganz abgesehen von der stark nach einer Hilfskonstruktion aussehenden Unterscheidung von normalem (gesunden) und pathologischen (ungesunden) Narzissmus.
Interessant ist in diesem Zusammenhang der Ansatz von Adler, der folgendes feststellt: "Alle Fehler der Kindheit und im Leben der Erwachsenen, alle schlechten Charakterzüge, in der Familie, in der Schule, im Leben, in der Beziehung zu anderen, im Beruf und in der Liebe erweisen ihre Herkunft aus dem Mangel an Gemeinschaftsgefühl, sind vorübergehend oder dauernd, beides in tausend Varianten." Bischof/Herner fügen dazu bei: "Daraus folgt, dass der Narzissmus einen Mangel an Gemeinschaftgefühl zum Ausdruck bringt, ein Weglaufen des Individuums vor seinen sozialen Aufgaben."
(Fortsetzung folgt.)
13.04.2010 aa
Zitate aus dem NZZ-Artikel vom 7.10.09 "Psychotherapie via Internet"
«Die psychologischen und kommunikativen Fähigkeiten für ihre Arbeit haben sich die Netzwerkmitglieder in der Workshops der Föderation der Schweizer Psychologen und Psychologinnen (FSP) angeeignet. Von einem Online-Psychologen erwartet die FSP beispielsweise die Fähigkeit, ein schriftliches Gespräch zu führen und sich in unterschiedlichen Sprach- und Schreibstilen auszudrücken, zwischen den Zeilen zu lesen oder die Lücken in den Texten der Klienten zu erkennen. Neben dieser hermeneutischen Aufgabe, die Kliententexte richtig zu deuten, müssen die Psychologen zum fernen Patienten auch eine solide Brücke schlagen können. Angebahnt werden kann eine empathische Beziehung durch Sätze wie "Ich kann gut verstehen, dass Sie..."»
Neu startet nächstes Jahr die einjährige Fortbildung in Integratriver Traumatherapie IBP, die auf den neuesten Erkenntnissen der Traumforschung und -therapie, der Neurobiologie und der Integrativen Körperpsychotherapie basiert.
Infoabende: 10. Dezember 2009 und 27. Januar 2010
Ferner: Pränatale und Geburtstrauma-Therapie
Start: März 2010
Einführungskurs: 12. - 15. November 2009
Weitere Informationen und Anmeldung:
Autistische Kleinkinder lernen
Das Spektrum autistischer Störungen
Um die Formen der autistischen Störungen genauer zu bezeichnen, werden unterschiedliche Begriffe verwendet. Früher war man der Ansicht, dass man die einzelnen Krankheitsbilder klar voneinander abgrenzen kann. Heute geht man von einem Kontinuum aus, das alle Unterformen umfasst. Es wird "Tiefgreifende Entwicklungsstörung" oder "Autismus-Spektrum" genannt." Die einzelnen Störungen unterscheiden sich bezüglich:
- des Schwergrades der autistischen Symptome
- der allgemeinen Entwicklung und Selbständigkeit der Betroffenen im Alltag
- des Alters beim Auftreten der Symptome.
Zur Zeit werden von Fachleuten v.a. die folgenden Begriffe gebraucht:
Frühkindlicher Autismus
High-functioning Autismus
Asperger-Syndrom
atypischer Autismus
late-onset Autismus
Was ist Autismus? Internationale Klassifikation
Bedeutung der Spiegelneuronen für Autismus nachgewiesen
Eine abnorme Aktivität der Neuronen, die Menschen dabei helfen andere zu imitieren, könnte machen der sozialen Defizite von Autisten zugrunde liegen. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of California (www.ucla.edu) gekommen.
Autismus beeinflusst das ganze Gehirn
Autismus bestimmt nicht nur das soziale Verhalten, sondern beeinflusst darüber hinaus ein breites Spektrum an Kompetenzen und Fähigkeiten in Bezug auf die Sinneswahrnehmung, die Motorik und das Erinnerungsvermögen. Zu diesem Schluss ist jetzt ein Wissenschaftsteam des Collaborative Program of Excellence in Autism (www.nichd.nih.gov/autism/cpea.cfm) gekommen.
Eine Schweizer Informatikfirma stellt bevorzugt Autisten ein
Noch ist die Firma «Asperger Informatik AG» sowie deren Website im Aufbau, aber die Chefin, Susan Conza, selbst Betroffene, ist eidg. dipl. Wirtschaftsinformatikerin und hat von 1997 bis 2007 den erfolgreichen Schweizer Internet Service Provider Cyberlink mit aufgebaut und als Geschäftsführerin geleitet.
Patrick Frey - Experte für Autismus
Patrick Frey weiss sehr genau, was es bedeutet, Autist zu sein: Er ist selber einer. Ein Text darüber, wie er sich in der Welt installiert hat.
Schritte in die Autonomie
Autonomie ist ein schillernder Begriff, der im Leben von erwachsenen autistischen Menschen eine ganz besondere Dimension erhält. Unsere Ausführungen über Autonomie sollen nicht ein einen philosophischen Diskus ausufern, vielmehr möchten wir einen pragmatischen Fokus setzen und dazu auf die Begriffe Selbständigkeit - Selbstbestimmung - Autonomie eingehen.
Wie kann der Schritt von der institutionellen Betreuung eines Menschen mit Autismus in die Begleitung durch persönliche Assistenz gestaltet werden?
Eine Tagung: Neurofeedback bei Autismus und AD(H)S
Referent: Siegfried Othmar, Ph.D. (USA)
Samstag, 13.06.09, 13.30 h bis 15.30 h, Universitäts-Spital Zürich
Hörsaal Nord 1, C307 (kostenloser Eintritt)
Die deutschsprachigen Volltexte sind beim Szondi-Institut (info@szondi.ch) oder Tel. 044 252 46 55 gegen einen Unkostenbeitrag von Fr. 5.00 erhältlich.