
Der innovative Ansatz der Autoren: "Exposition mit Anleitung zur Subjektkonstituierung"
Inhalt:
Angsterkrankungen (Einführung)
Insektenphobien
Prüfungsängste und Arbeitsstörungen
Panikstörungen und Agoraphobie
Zwangserkrankungen (allgemeiner Teil)
Kontrollzwänge
Primäre zwanghafte Langsamkeit
Berührungsvermeidungszwänge
Zwangsgedanken
Überwertige Ideen
Magisches Denken
Zwangshaftes Sammeln und Horten
(Eine ausführliche Würdigung des Buches folgt.)
Beltz Verlag, Weinheim, Basel 2008 (2. vollständig überarbeitete Auflage)
Autoren: Frau Dr. Birgit Hofmann. Dr. Nicolas Hoffmann
ISBN: 978-3-621-27638-2
Preis: Fr. 65.--
Gegen Trivialisierung und Bildungsverlust der Psychotherapie
Herausgeber: Deutsche Gesellschaft für Psychotherapiewissenschaft
Asanger Verlag GmbH Kröning 2009
www.asanger.de
Ein Roman von Karlijn Stoffels
«Ausser der Tür zum Flur, die sie überwachen, ist die einzige Öffnung im Schlafzimmer der Ablauf des Waschbeckens. Ein paar Nächte lang habe ich versucht, auf diesem Weg zu entkommen, doch ohne Erfolg. Danach habe ich auf das Waschbecken und die Wände eingehämmert. Deshalb die Tabletten, die sie mir geben. Von denen wird mein Kopf so wohlig wie ein gestrickter Ball für Babys. Ich kann immer nur noch ein leises "Duff" damit verursachen.
Entkommen ist also unmöglich. Überall laufen Sozios herum. Ein Sozio ist ein Soziotherapeut, besser gesagt eine Kreuzung zwischen Krankenpfleger, Huashälterin und Henker. Also alles was man braucht, wenn man völlig ausgeflippt ist.»
Die Erzählerin, Luise, hat einen Selbstmordversuch begangen, aber nicht einmal das Meer wollte sie, stellt sie lakonisch fest. Zu hause ausgerissen, vom Freund Stevens aus der Wohnung geworfen und eben, mit dem Meer war auch nichts. Jetzt ist sie in der Villa "Strandlust", einer psychiatrischen Pflegestation für Jugendliche, eingeliefert worden.
Die Beschreibung der Institution, des Direktors und der "Sozios" ist wohltuend respektlos, die eigenironische Beschreibung durch Luise lässt kein Mitleid, selbstgemachtes oder das der Leserin, aufkommen und Tragik erscheint als trockener Witz, emotionslos.
Was ist mit Luise schief gelaufen? Da steht im Zentrum fundamental fehlendes Vertrauen. Um dies zu verdeutlichen, wird nur immer die Vorsilbe "ver***" und drei Sternchen geschrieben. Vielleicht ein bisschen zu aufdringlich.
Das Vertrauen gewinnen, ist eine schwierige Sache, wenn der vertrauensbildende beigeordnete Sozio Hans verheiratet ist, seine Frau Agnes ein Kind erwartet und überdies noch in der "Strandlust" angestellt werden sol. Luisa spuckt ihr auf die Schuhe. Und dann Vortraben bei Hans dem Sozio Hans. Eine unter mehreren witzigen Dialogen entsprinnt sich.
Mit knappen sprachlichen Mitteln schildert die Autorin den Alltag der Jugendlichen, die verschiedenen psychischen Störungen und die komplexen Beziehungsstränge zwischen ihnen.
«Hans und seine fürchertliche Agnes bekommen ein Baby. Und sie wird hier arbeiten. Ich stand mit weit offenen Armen vor ihm und er wollte mich nicht.Ich schaute an mir herunter auf das schwarze Kleid, ds um meinen mageren Leib schlotterte. Ich sah mich in der Fensterscheibe widerspiegelt. Was für ein Monster war ich. Fünfzehn Jahre und ein Kleinkind. Ein vom Meer ausgespucktes Ungeheuer. Ich konnte es ihm nicht verübeln.»
Happy End gibts nicht. Es wartet nach einem Jahr eine betreute Selbsthilfegruppe.
Autorin: Karlijn Stoffels
Verlag: Beltz & Gelberg, 2009
164 Seiten
Fr.22.90


In überzeugender Weise, flüssig und sehr verständlich - auch für den psychologischen Laien - geschrieben, stellt Dr. Friedjung Jüttner in der Broschüre «Wähle, was du bist!» die drei wichtigsten Bausteine der
Schicksalsanalyse dar: Die Lehre von den die Familie durchwirkenden und Lebensart beeinflussenden Ahnen, die Lehre von der Ordnung, dem Zusammenspiel und den Wirkungen unserer Bedürfnisse sowie deren bewusster und unbewusster Einfluss auf unsere Lebensgestaltung und schliesslich als dritter Kernpunkt die Frage nach dem eigenen Ich.
Nun beschränkt sich Jüttner nicht auf Darlegungen sondern wird konkret, indem er illustrierende und sehr einleuchtende Beispiele aus der Praxis aufgreift - als langjährig praktizierender Schicksalsanalytiker und Psychotherapeut fällt ihm dies nicht allzu schwer. In eingestreuten Übungen (ohne ins lehrbuchhafte zu verfallen!) lädt er die Leserin, den Leser zur Selbstschau und Selbstempfindung und Selbstprüfung ein.
Gute graphische Darstellungen schaffen Übersicht und fokussieren das jeweilige Thema während die Kapitelillustrationen von Gabi Kopp, von der auch das Titelbild stammt, den Text angenehm auflockern. Last but not least laden die am Seitenrand eingestreuten Zitate von Philosophen, Psychologen, Schriftstellern und Gelehrten zum Denken und Räsonieren ein.
Beispielsweise das Zitat von Leopold Szondi: «Jeder Ahne figuriert in unserem familiären Unbewussten als eine besondere Schicksalsmöglichkeit.» Ja, was hab' ich denn für Ahnen? Da fängt das Fragen schon an.
2009, Szondi-Verlag, Zürich, 94 Seiten
Bezug beim Szondi-Institut Zürich, E-mail: info@szondi.ch, Tel. 044 252 46 55
Preis: Fr. 19.80 (plus Versandkosten)
(NZZ, Rezensionstext) Wenn jemand sich selber tötet, rührt er an ein Tabu. Die Selbsttötung bedroht die stillschweigende Übereinkunft, dass das Leben an sich wertvoll un es demnach nicht erlaubt sei, «vor» der Zeit aufzugeben. Dennoch ist der Suizid nicht einfach ein persönliches Drama, sondern ein kulturhistorisches Phänomen, das aus der Ambivalenz der menschlichen Freiheit entspringt. Viel ist schon nachgedacht worden über die Frage der Selbsttötung . Sokrates und Cato, Schopenhauer, William James und Jean Améry. Den Suizid als modernes Krisenphänomen hat das 20. Jahrhundert mit seinen unzähligen Tragödien wieder sichtbar gemacht. Zu den bisher mehrheitliche philosophisch-theologischen Stellungnahmen kommen nun soziologische und psychiatrische hinzu: Emile Durkheim, Robert Gaupp und natürlich - Karl Jaspers. Der in Tübingen lehrende Mediziner, Psychoanalytiker und Jaspers-Spezialist Mathias Bormuth hat mit der vorliegenden Arbeit ein lesenswertes Standardwerk zur Frage der Selbsttötung verfasst. Wer das Wort Selbst«mord» nicht nicht us seinem Vokabular gestrichen hat, sollte sich vielleicht einmal hier kundig machen.
Mathias Bormuth: Ambivalenz der Freiheit. Suizidales Denken im 20. Jahrhundert. Wallstein Verlag, Göttingen 2008, 471 S., Fr. 67.90

Die Broschüre umfasst die Texte des 18. Kongresses der Internationalen Szondi-Gesellschaft in Lissabon, Portugal bvom 10.-12. Juli 2008
Die Broschüre kann zum Betrag von Fr. 30.00 beim Szondi-Institut Zürich bestellt werden (E-mail: info@szondi.ch)
Als "abgewehrter Affekt" ist die Scham für die therapeutische Behandlung schwer zugänglich. Während sie in der klassischen Psychoanalyse, sowohl freudianischer wie auch kleinianischer Prägung, eher unterbelichtet blieb, hat die neuere Forschung ihr nun verstärkt Aufmerksamkeit gewidmet. Das letztjährige Sonderheft der Zeitschrift "Psyche" gibt Einblick in Erklärungsansätze und Behandlungsfelder.
Werner Bohleber führt einleitende mit einem knappen, hervorragend klaren Abriss zur historischen Entwicklung des Schambegriffs ins Thema ein. Die verschiedenen Beiträge zeigen, dass die Beschäftigung mit dem komplexen Affekt der Scham und ihren Abkömmlingen besonders von intersubjektiv arbeitenden Erklärungsansätzen profitiert. Dies gilt sowohl für die Säuglingsforschung und die Entwicklungspsychologie wie auch für die Untersuchung narzisstischer Persönlichkeitsstörungen und die Analyse von Adoleszenzproblemen. (...) Einmal mehr wird an diesem Forschungsfeld die politische und gesellschaftliche Bedeutung psychoanalytischer Arbeit deutlich.(...)
Quelle: NZZ vom 7.01.9
Autorin: Barbara von Reibnitz
Publikation: Psyche Jg. 62, Sonderheft 9/10
Das Heft kann von der Bibliothek des Szondi-Instituts ausgeliehen werden.
Bestellung über E-mail: info@szondi.ch, Tel. 044 252 46 55
Thomas Steiger, Eric Lippmann: Psychologie für Führungskräfte, Führungskompetenz und Führungswissen
3. Auflage, Springer, Berlin 2008, 854 Seiten, Fr. 203.00
Auszug aus der Rezension in Punktum 12/2008
"Schon seite vielen Jahren steht das Handbuch in meiem Büchergestell. Es dient mir als Nachschlagewerk, wenn ich Konzepte erarbeite für Schulungen oder Projekte, wenn Fragen von meinen Coachees zu spezifischen Führungsthemen anlegen oder wenn ich auf Ideensuche zu bestimmten Themen bin.(...) Zum Beispiel möchte ich hier das neue Kapitel "Beratung und Coaching im Einzel- und Gruppensetting" erwähnen. Das hat mich als Organisationsberaterin und Coach neugierig gemacht. Die kurzen, griffigen Definitionen finde ich sehr stimmig und informativ. Sie geben einen guten Überblick über die spezifischen Beratungssettings, erläutern die Anwendungsmöglichkeiten und zeigen Grenzen auf."
Maya Bentele